Übermorgenwelt-Bücher

Übermorgenwelt-Bücher

Donnerstag, 20. Februar 2020

Spannend, divers und bestürzend-hoffnungsvoll

Rezension zu Wasteland von Judith und Christian Vogt




Von der Hoffnung in der Postapokalypse erzählt die Geschichte von LayLay und Zeeto, aber auch von Schaufelradbaggern, vergifteten Zonen, gefundenen Babys und WiFi-Religionen. Mehr dazu, wie das alles zusammenpasst, gibt’s hier.







Sonntag, 12. Januar 2020

Eine Seuche namens Magie, eine Welt in Aufruhr



The Fever King von Victoria Lee


>> Achtung: dieses Buch ist bisher nur auf Englisch erschienen und es ist noch nicht klar, ob es eine Übersetzung geben wird! <<


Amerika der Zukunft. Magie ist eine Seuche, die nur die wenigsten überleben. Wer das schafft, der wird zu einem so genannten Witching, ein Mensch mit einer besonderen Gabe, die es zu beherrschen gilt.

Dienstag, 19. November 2019

Rezension zu: Ich bin viele von Dennis E. Taylor

Wie wäre es als künstliche Intelligenz zu leben: Ohne Schmerzen, ohne lästigen Körper, aber dafür mit unendlich vielen Möglichkeiten.

Genau das geschieht Robert (Bob) Johansson. Kurz nachdem Bob seinen Vertrag für ein Einfrieren nach dem Tod unterschrieben hat, stirbt er bei einem Unfall. Und wacht im Jahr 2133 wieder als künstliche Intelligenz auf.

Er wird vom Techniker Dr. Landers auf sein Leben als Von-Neumann-Sonde vorbereitet.  Dazu trainiert er die Steuerung von kleinen Robotereinheiten - Roamer -  und über einen 3-D-Drucker auch die Herstellung von neuen Komponenten aus unterschiedlichen Rohstoffen. Damit wird Bob befähigt, sich unabhängig im Weltraum zu bewegen und dort bei Bedarf zu vervielfältigen.

Doch die FAITH, deren Eigentum Bob ist, ist nicht die alleinige Weltmacht im Jahr 2133. Es gibt fünf konkurrierende Großmächte auf der Erde, zwischen denen ein verzweifeltes Wettrennen ins All beginnt.

Es ist ein faszinierender Gedanke, sich unabhängig von einem beschränkten organischen Körper frei im Weltall bewegen zu können. Und mit diesem Gedanke spielt Taylor ganz ausführlich. Mit Bob sind wir in Lage, ein großes Abenteuer zu erleben und die Möglichkeiten weiterzuspinnen, die sich für uns als Von-Neumann-Sonde ergeben könnten. Dabei ist der Titelheld Bob zwar nicht von allen Emotionen befreit, diese spielen aber auf der großen Mission, der Erforschung des Weltalls, kaum eine Rolle. Wichtig für Bob ist von Anfang an nur, nicht den Verstand zu verlieren und psychotisch zu werden. Das gelingt ihm mit einem klar strukturiertem Verstand.

Die Sprache von Taylor entspricht dem Denken des Protagonisten und ist sehr klar, der Roman ist flüssig geschrieben und ausgesprochen spannend.  Dem Leser gelingt es problemlos, sich mit Bob und seinen Kopien zu identifizieren und mit ihm die anstehenden Abenteuer zu durchleben. Außerdem ist der Roman exzellent recherchiert und entwirft ein durchaus vollstellbares und realistisches Szenario.

Da die Hauptperson nicht nur Programmierer sondern auch Science-Fiction-Fan ist, sind alle 3 Bücher gespickt mit Anspielungen z.B. auf Star-Trek, die Ringwelt, usw.

Wir (mein Sohn und ich) haben das Buch in 2 bzw. 4 Tagen verschlungen und sehr bedauert, als es zu Ende war. Zum Glück kann man sich, wenn man noch nicht genug von den vielen Bobs hat, die Fortsetzungen vornehmen: „Wir sind Götter“ und „Alle diese Welten“.

Simone

Freitag, 18. Oktober 2019

Actionreiche Sci-Fi




Rezension zu "Skyward" von Brandon Sanderson






Sanderson erobert ein neues Genre – die Science-Fiction. Ein Jugendroman wie er bildgewaltiger und actionreicher kaum sein könnte, eine Geschichte ums Überleben, und ums Erwachsenwerden, um Stolz und Mut und Tapferkeit, und darum, was es heißt, die eigene Frau zu stehen.










Donnerstag, 6. Juni 2019

Monster, Magie & Musketiere

Henning Mützlitz

https://www.feder-und-schwert.com/verlagsprogramm/hexagon-der-pakt-der-sechs/Hexagon - Der Pakt der Sechs

Feder & Schwert

ISBN: 978-3-86762-360-5



Frankreich im Jahr 1642, Armand und seine Schwester Julaine sind in einer Herberge in einem kleinen Dorf untergekommen und haben soeben einen Streit mit dem Skandinavier Olsson beigelegt als eine junge Frau völlig verstört und blutüberströmt in die Gaststube stürmt. Armand und seine Schwester erkennen sofort, dass sie von einem Dämon angegriffen wurde und der Leser konnte bereits im ersten Kapitel erfahren, dass Cécile tatsächlich von einer dämonischen Kreatur verfolgt wird, weil sie offensichtlich Zeugin eines Komplotts gegen Kardinal Richerlieu und Konig Ludwig XIII selbst wurde. Zum Glück besitzen Armand und Julaine arkane Fähigkeiten, die sie zur Rettung von Cécile einsetzen und auch, um natürlich den ihr folgenden Dämon zu besiegen. Doch damit beginnt erst ein spannungsgeladenes Abenteuer mit heroischen Kämpfen, düsteren Intrigen und dämonischen Widersachern. Können Armand, Cécile und ihre Gefährten über die Mächte der Dunkelheit triumphieren?


Aktionreich versetzt uns der Autor Henning Mützlitz in die Epoche der Musketiere, die bereits von Alexandre Dumas so spannend beschrieben wurden und so kann man sich hier auf alte Bekannte wie d'Artagnan, Tréville oder Rochefort, nicht zu vergessen Kardinal Richelieu, freuen - die ja zumindest zum Teil auf historischen Persönlichkeiten basierten.
Hexagon ist dabei weit mehr als ein weiterer Aufguss der weltberühmten Musketier-Geschichte. Die bekannten Helden sind zum größten Teil nur Nebenfiguren in einer spannenden "Gunpowder-Fantasy" Geschichte und die eigentlichen Helden haben arkane Fähigkeiten, während dämonische Kreaturen ihnen nach dem Leben und in Frankreich nach Macht und Einfluss unter den Sterblichen trachten.

Neben vielen spannenden Kämpfen erfährt der Leser zeitgeschichtliche Informationen und Hintergründe, ohne dabei belehrt oder geschulmeistert zu werden. Der Hintergrund der Geschichte basiert auf historischen Fakten und füllt die Lücken mit etwas mehr Fantasy, als es Historiker für gewöhnlich machen würden. Dadurch wird aus diesem Roman eine phantastische Geschichte, die den Leser unmerklich mit Wissen versorgt... solche Geschichten sind mir ja die Liebsten.

Der Einstieg kann sich aufgrund eines Dialogs im Stil der damaligen Zeit für den einen oder anderen Leser als Stolperstein erweisen, aber noch im gleichen Kapitel ist dieses kurze Stocken überwunden und eine filmreife Handlung spannt sich über die folgenden Seiten.
Das Böse lässt Armand und seinen Begleitern kaum eine Verschnaufpause, die Kämpfe werden immer gewaltiger und Gegner immer furchteinflößender und mächtiger. In den ruhigeren Phasen des Buches erfahren wir mehr über Hintergründe und die politische Situation in Frankreich - hier hat Henning Mützlitz gut recherchiert und seine Studium hat hier sicherlich auch geholfen. Wie bereits erwähnt muss aber nun niemand befürchten, einen historischen Abriss über das 17. Jahrhundert lesen zu müssen. Die Fakten gehören zur Geschichte, und auch wenn einige Details natürlich dem Handlungsstrang angepasst werden mussten, ist die Grundgeschichte immernoch historisch belegbar.

Liebe ist in der Geschichte ebenfalls enthalten - ohne schnulzig zu werden. Ausflüge in die Kunst des Fechtens begleiten den Leser ebenso, wie möglicherweise das unbestimmte Gefühl, gewisse Ähnlichkeiten zu StarWars zu erkennen :).

Genau diese kleinen Eigenheiten machen den Roman besonders lesenswert. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man eine gewissen Affinität zu dem Musketier-Roman auf der einen Seite und Fantasy-Geschichten auf der anderen Seite hat, aber in der Gesamtheit kreiert Henning Mützlitz etwas Neues, kombiniert Historie und religiöse Mystik, Fakten und Fiktion und kann damit begeistern!

In einem kurzen Glossar und einem schönen Nachwort werden Begrifflichkeiten und historischen Hintergründe erklärt, so dass der Leser im Zweifel einfach in diesen Bereich des Buchs blättern kann, falls z.B. ein Begriff aus der Fechtkunst aufgeklärt werden muss.

Aufgrund der teilweise blutigen Kampfszenen würde ich den Roman frühestens ab einem Alter von 14, besser 16 Jahren empfehlen - nach oben ist dem Lesewilligen wie immer keine Alterslimitierung gesetzt.

Ich habe ein digitales Leseexemplar in einer Leserunde gewonnen und kann über die Qualität des gedruckten Exemplars deshalb nicht so viel schreiben. Das Titelbild ist detailliert gezeichnet, trifft allerdings nicht ganz meinen Geschmack. Die Geschichte hingegen besitzt viel Spannung, grandiose Kämpfe, düstere Intrigen und zusätzlich einen Schuss historische Fortbildung - Elemente, die aus dem Roman einfach Stoff für Leseratten macht!

Eine Leseprobe findet ihr auf der Internetseite von Henning Mützlitz:


Dort könnt ihr euch außerdem über die weiteren Bücher des Autors informieren, wie z.B. "Wächter der letzten Pforte" oder "Eis & Dampf"!

Viele Freude beim Schmökern!


Samstag, 1. Juni 2019

Eine Welt, in der niemand leben, aber jeder überleben will

Rezension zu „Zerrissene Erde“ von N.K. Jemisin


Band 1 zu finden in unserer Bibliothek! 


This is what you must remember: the ending of one story is just the beginning of another. This has happened before, after all. 
People die. 
Old orders pass. 
New societies are born. 
When we say ‘the world has ended’, it’s usually a lie, because the planet is just fine. 
But this is the way the world ends.
This is the way the world ends.
This is the way the world ends.
For the last time.” – N.K. Jemisin