Übermorgenwelt-Bücher

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Sonntag, 23. März 2014

Kris Longknife - Die Rebellin



Kris Longknife - Die Rebellin
Mutineer, Kris Longknife 01



ISBN: 978-3-404-20716-9
Irgendwie kommt es mir alles vage bekannt vor, - das kenn ich doch, hab ich doch schon irgendwo mal gelesen – und das Gefühl hält sich auch hartnäckig. Da haben wir die Geschichte der mit besten Voraussetzungen ausgestatteten Tochter des Premierministers eines nicht unbedeutenden Sonnensystems. Ihre Opas sind hochdekorierte Militärs, ihre Tante eine begnadete Hackerin – es ist viel Geld im Spiel - und die Tochter geht zum Militär. Sie will nicht protegiert werden, kann aber nicht immer vermeiden, dass es trotzdem geschieht. Sie bemüht sich nach Kräften, ein guter Offizier zu werden, aber immer schwebt ihre Herkunft im Raum und beeinflusst ihr Umfeld. Sie schlägt sich dennoch wacker - in einer spektakulären Aktion wird ein entführtes Kind befreit. Das gelingt, weil sie sich über einige Dinge wie z.B. Befehle hinwegsetzt, aber: Erfolg spricht für sich. Dann bemerkt sie, dass ihre vorgesetzten Offiziere sich auch nicht an ihre Befehle zu halten scheinen. Meuterei???
Soviel zum Plot des ersten Buches „Die Rebellin“.
Nach der Lektüre der ersten beiden, ins Deutsche übersetzten Bände „Die Rebellin“ und „Unter Quarantäne“ bin ich mir noch nicht ganz sicher, was ich von dieser Reihe halten soll. Der Plot klingt unterhaltsam, ausbaufähig und hat sicher das Potential, sich zu etablieren. Dennoch hat mich die Geschichte noch nicht gepackt. Die Art, wie die Protagonistin geschildert wird, wirkt hölzern, fast schon übertrieben klischeehaft. Kris Longknife kämpft nicht nur mit, teilweise sogar gegen sich – insbesondere gegen die Erinnerung an ihren in der Kindheit entführten und getöteten Bruder – sie kämpft auch gegen ihre Herkunft, ohne allerdings auf die Segnungen ebendieser Herkunft zu verzichten. Sie möchte keine Vorzugsbehandlung, nutzt aber teilweise schamlos ihren hochgerüsteten Personalcomputer, der eher schon eine personalisierte künstliche Intelligenz ist und für Normalsterbliche unerschwinglich, zumal er auch noch von ihrer Tante, der Hackerin aufgemotzt wird. Ihre Großväter stehen ihr militärisch mit Rat zur Seite, in politische Ränke ist sie durch ihren Vater, den Premierminister, in gesellschaftliche durch ihre Mutter bestens eingeführt. Die Figur Kris Longknife allerdings bleibt alles in Allem seltsam vage. Sie umgibt sich mit Getreuen, die die ihnen zugeteilten Aufgaben effizient und kompetent lösen, doch bleiben die in einer Art archetypischen Rahmen gefangen. Sie entwickeln keine individuelle Tiefe. Und Kris Longknife selbst bleibt auf dem Weg, ein Charakter zu werden, irgendwie auf halber Strecke hängen. Das ist schade, zumal die Geschichte tatsächlich vielversprechend und ausbaufähig klingt.
Wer Action liebt, dem sei die Reihe empfohlen.
Der Autor Mike Sheperd, mit bürgerlichem Namen Mike Moskoe und 1947 in Philadelphia geboren, stammt aus einer Navy - Familie, weiß also, wovon er schreibt und das merkt man auch. Seine Kurzgeschichte "A Day's Work on the Moon" war im Jahre 2000 für den “Nebula Award for Best Novelette“ nominiert.
In den USA sind inzwischen 13 Bände erschienen, in Deutschland erscheint im Juli Band 3, „Die Invasion“. Ich habe mir das Buch vorbestellt und werde nach der Lektüre entscheiden, ob ich die Reihe weiterlese.
Ich gebe 7 von 10 Punkten.

W. Neuschwander / März 2014

Sonntag, 16. März 2014

Die Osten Ard Quadrologie - Der Zyklus der großen Schwerter


Tad Williams

 

Das Geheimnis der großen Schwerter (1-4)

Buchdeckel „978-3-608-93866-1Band 1: Der Drachenbeinthron

Klett-Cotta 
ISBN: 978-3608938661

Band 2: Der Abschiedsstein 

Klett-Cotta
ISBN: 978-3608938678

Buchdeckel „978-3-608-93867-8Band 3: Die Nornenkönigin

Klett-Cotta
ISBN: 978-3608938692

Band 4: Der Engelsturm

Klett-Cotta
ISBN: 978-3608938692

Buchdeckel „978-3-608-93868-5Der Junge Simon lebt im Haushalt einer großen, alten Burg - dem Hochhorst. Auf dieser hat auch der alte Großkönig Osten Ards, Johan der Drachentöter, seinen Sitz. Vom König sieht Simon, seines Zeichens Küchenjunge, allerdings nicht viel. Er ist ein Taugenichts, ein Tagträumer, mit dem die Küchenfrauen, allen voran Rachel, oberste Kammermagd, ihre liebe Mühe haben. Zusammen mit seinem Freund träumt Simon von einer Zukunft als Soldat. Umso glücklicher ist Rachel, als der Hofmagier den Jungen als Lehrling aufnimmt, und Simon ist ebenso begeistert, denn der Magier, Doktor Morgenes und seine Räumlichkeiten bieten allerlei Geheimnisvolles für einen Jungen wie ihn. Der alte König Johan stirbt bald darauf und der Erbe soll sein jüngerer Sohn Elias werden. Simon selbst interessiert solches wenig. Er freut sich nur über die vielen neuen Dinge, die es nun zu sehen gibt, die Veränderungen am Hof, die prächtigen Ritter, die zum Begräbnis des alten Königs und zur Krönung erscheinen. Ansonsten jedoch genießt er sein Leben in vollen Zügen. Er lernt vieles bei Doktor Morgenes, der für ihn, den Waisenjungen, wie ein Vater und ein Freund wird. 
Doch mit der Zeit werden die Veränderungen schlimmer. Der Hofstaat des jungen Elias scheint grausam und als auch noch der rote Priester Pyrates auftaucht, wird die Lage auf dem Hochhorst düster. Auch das Land leidet so langsam unter der Regentschaft des jungen Königs. Mit seinen Kumpanen feiert er rauschende Feste und leert die Kasse des Reiches. Er entscheidet unbesonnen und seine Ritter behandeln das Volk mit grausamer Hand.
Buchdeckel „978-3-608-93869-2Dennoch geht es Simon meist gut. Bis zu dem Tag, an dem er beim Herumstreunen in den Kellern des Gemäuers durch Zufall einen Gefangenen entdeckt und damit in eine finstere Verschwörung und dunkelste Pläne machtvoller Gegner hineinstolpert.
Simons Leben ändert sich von einem Moment auf den anderen radikal. Er entkommt nur mit knapper Not einem Anschlag und schlägt sich von da an mehr schlecht als recht durch - bis er bei seinen Reisen auf Freunde trifft. Gemeinsam begeben sie sich zu einem sicheren Ort, verfolgt von finsteren und grausamen Gestalten, die bald schon wieder ihre Wege kreuzen. Simons Reise bis dorthin war lang, dennoch steht sie erst am Anfang. Bald schon bricht er mit seinen Gefährten auf, um ein sagenhaftes Schwert zu finden, mit dessen Hilfe das bevorstehende Übel aufgehalten werden soll.

Anfangs lernt man den jungen Simon sehr gut kennen und die Geschichte plätschert so vor sich hin, während man tiefer und tiefer in die Hintergründe eintaucht. Doch wer es schafft hier bei der Stange zu bleiben, der wird eines der besten Epen der Fantasy erleben können. Osten Ard ist nichts für Leser, die nur an Spannung und Nervenkitzel interessiert sind. Das gibt es zwar auch, doch hier baut sich langsam eine Welt um einen auf, die ein immer tiefer gehendes Eintauchen in die Geschichte ermöglicht. Simon ist kein gewöhnlicher Held, er rettet nicht als Küchenjunge das Land. Sein Weg ist härter, aber damit doch auch natürlicher. Er verdient sich, was am Ende auf ihn wartet und das mit jedem einzelnen, mühsehligen Schritt durch die Welt, mit jedem Kratzer und jeder Wunde, sei sie in der Haut oder in seinem Herzen. Seine Erfahrungen und Begegnungen lassen ihn über sich hinaus wachsen. Bei kaum einem anderen Fantasy-Buch ist das so natürlich und glaubwürdig dargestellt wie hier. 

Man fiebert förmlich mit. Ich war selten so glücklich und zerissen am Ende einer Reihe, wie am Abschluss dieses Zyklus. Wer sich trotz der langen Anfangssequenz  und der vielen Personen herantraut, hier eine Bitte: Gebt nicht auf, es lohnt sich auf jeden Fall! Weiterlesen! Fertig lesen!

 

   
Sonderausgabe: Bild am Sonntag - Fantasy-Bibliothek, Band 6

   
Originalausgabe in TB (Gesamtausgabe mit Pappbox)








Der brennende Mann, Tad Williams, Fantasy & Science Fiction 
Es gibt noch eine Art Kurzgeschichte, die ebenfalls in Osten Ard spielt, auf dem Hochhorst. Sie ist auch als Hörbuch sehr zu empfehlen. Ich denke, man kann sie auch lesen wenn man den Zyklus nicht kennt, jedoch sind manche Hintergründe der Kurzgeschichte verständlicher, wenn man die Bücher (vor allem das Erste und Letzte) gelesen hat.

Der brennende Mann

Klett-Cotta
ISBN: 978-3608936964








J. Dietrich / März 2014

Montag, 10. März 2014

WondLa - Die Suche beginnt

Tony DiTerlizzi

Die Suche nach WondLa
ISBN: 978-3570153864

 
Eva Neun wächst von dem Roboter Muddr behütet in einem unterirdischen Refugium auf. Die Lektionen der sie umgebenden Computer und des Roboters sollen sie auf ihr Leben auf der Erde vorbereiten. Doch Ihre kindliche Rebellion gegen den sehr menschlich agierenden Roboter wird jäh gestört, als ein fremdes Wesen in den unterirdischen Bau eindringt. Eva Neun kann dank Muddrs Hilfe fliehen. Doch anstatt auf dem Planeten Erde, auf dessen Gefahren sie von Muddr hinreichend vorbereitet wurde, findet sich Eva in einer fremden und gefahrvollen Welt wieder. Der monströse Eindringling verfolgt sie und nur mit Mühe gelingt es ihr ihn abzuschütteln. In dieser gefährlichen aber auch faszinierenden Umgebung trifft sie auf ein weiteres fremdes Wesen. Dieses jedoch stellt sich als Helfer heraus. Gemeinsam ziehen sie weiter. Doch ihr Verfolger ist ihr noch immer auf den Fersen... Eva macht sich auf die Suche nach ihrem Volk. Was ist nur mit den Menschen geschehen?



Tony DiTerlizzi hat mit der WondLa Reihe eine neue, spannende und ungemein fantasievolle Welt erschaffen. Hochentwickelte interessante Technik trifft auf unzählige fantastische Wesen. Auch das Mysterium um Evas Volk und ihr Dasein lässt den Leser auf der literarischen Reise nicht los. Wundervolle Illustrationen begleiten den Anfang eines jeden Kapitels und erlauben so ein tiefes Eintauchen in DiTerlizzis Welt. WondLa ist der Altersklasse entsprechend sehr spannend, aber nie zu düster geschrieben. Ohne Vorbehalt zu empfehlen für junge Leser- und Leserinnen ab 9-12 Jahre. Sollte die weibliche Protagonistin kein Hindernis sein, sicher auch guter Lesestoff für die StarWars Fan-Gemeinde. Beim Lesen fühlte ich mich sehr an die Bar mit den vielen fremdartigen Gestalten auf Tatooine erinnert. 




10.3.14 J. Dietrich

SurvivorDogs - Lassie kann einpacken

Erin Hunter

SurvivorDogs - Die verlassene Stadt
(Survivors - The Empty City)

Verlag BELTZ & Gelberg
ISBN: 978-3-407-81164-6



Lucky ist ein Einzelkämpfer. Seit er als Welpe von seinen Geschwistern getrennt wurde und eher schlechte Erfahrungen mit den Langpfoten gemacht hat, schlägt er sich allein in der Welt durch. Und dabei ist er eigentlich ganz zufrieden.
Eine neue Etappe seines Lebens beginnt jedoch als ein Erdbeben - der "große Knurrer" - seine Welt erschüttert. Das Haus um ihn herum, ein Tierheim in dem er gerade im Käfig sitzt, stürzt ein und wie durch ein Wunder überleben Lucky und eine Hündin namens Sweet das Inferno. Als die beiden durch die Straßen ziehen, finden sie die Stadt verlassen vor.  Nahrungsmittel sind schwer aufzutreiben und keine einzige Langpfote ist zu sehen. Während es Sweet zu einem Rudel zieht, möchte Lucky es lieber weiter allein versuchen.
Doch die Ereignisse in der ausgestorbenen Stadt bringen ihn mit einem Rudel Leinenhunde zusammen. Diese seltsame Ansammlung von Hunden verschiedenster Rassen wächst Lucky schnell ans Herz und er beschließt, zumindest zeitweise, den verwöhnten und ahnungslosen Haushunden zu helfen. Die Reste der Stadt und ihrer einstigen Heimat erweisen sich bald als äußerst gefährlich und die Gruppe folgt Lucky in die Wildnis. Doch auch hier lauern Gefahren, auf die besonders die Leinenhunde nicht vorbereitet sind.

Die Autorin Erin Hunter ist den meisten Lesern durch die Buchreihe der "WarriorCats" bekannt, in der Katzen die Hauptrollen spielen. In der Reihe "Seekers" sind verschiedene Bären die Protagonisten der Bücher... langsam zeichnet sich ein Muster ab. Unter dem Pseudonym Erin Hunter schreiben die Autorinnen Victoria Holmes, Kate Cary, Cherith Baldry und Tui Sutherland die spannenden Abenteuer der tierischen Romanhelden. Für die SurvivorDogs wurden Gillian Philip und Inbali Iserles in das erfolgreiche Team aufgenommen. Nahezu sämtliche Bücher, insgesamt mehr als 34 Romane und 13 Mangas, erreichten die Bestsellerliste der New York Times. Nun sollen auch die SurvivorDogs die Erfolgsgeschichten fortsetzen.

Auf Basis des Konzepts der bekannten Katzen-Romane werden nun Hunde die Protagonisten in einer neuen Reihe von Erin Hunter. Die Helden der Geschichten unterhalten sich wie Menschen untereinander und verhalten sich nach einer Mischung aus menschlich-logischem Verstand und tierischem Instinkt. Sie haben eigene Geschichten von Götter-ähnlichen Hunden und zum Teil auch ganz eigene Begrifflichkeiten - z.B. der erwähnte "große Knurrer" für das Erdbeben. Hier wird es für den erwachsenen Leser evtl. schwieriger, denn diese Wortneuschöpfungen sind hin und wieder etwas anstrengend. Doch was dem Erwachsenen schwer fällt, wird Kinder begeistern. Erfolgsgeschichten von Hunden gibt es bereits in Literatur und Filmen und auch die SurvivorDogs haben gute Chancen sich dort einzuordnen. 
Die Erzählungen über die Abenteuer von Lucky und dem bunt zusammengewürfelten Rudel der Leinenhunde gehen ans Herz und werden die jungen Leser in ihren Bann ziehen. Durch die unterschiedlichen Charaktere der Hunde ist für jeden ein möglicher Liebling dabei - möglicherweise erkennt man sogar seinen eigenen vierbeinigen Freund in den Geschichten wieder. Die Kapitel sind der jugendlichen Zielgruppe (Altersangabe 8-12 Jahre) angepasst und in einer angenehmen Länge gehalten. Die Sprache ist einfach und leicht verständlich und mit den Wörtern der Hundesprache auch originell gestrickt. Nach einem etwas trägen Start in die Handlung wird es schnell spannend und insbesondere in der zweiten Hälfte des Buches fiebert man mit den Helden mit. Das Ende dieses ersten Teils ist entsprechend als Cliffhanger aufgebaut und man erhält durch eine Leseprobe des zweiten Bandes auch schon Einblick in den Fortgang der Geschichte... Zum Glück erscheint auch der zweite Band "Ein verborgener Feind" voraussichtlich schon im Mai 2014, denn wem der erste Teil schon gefallen hat, der wird es kaum erwarten können zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

Ein tolles Kinderbuch über Freundschaft und Vertrauen mit viel Hund und Herz.


G. Winter / März 2014

Freitag, 7. März 2014

Literarische Klassiker der Weltliteratur für Kinder aufbereitet

 
Barbara Kindermann

Kindermann Verlag Berlin




nach Johann Wolfgang von Goethe

Faust

ISBN: 978-3-934029-10-1


Mephistopheles, der Teufel höchstpersönlich möchte dem lieben Gott beweisen, dass seine Schöpfung sich von ihm abwendet, wenn er sie nur verführt, und so erscheint er dem wissbegierigen Faust und geht einen Handel mit ihm ein. Dieser verschreibt sich dem Teufel dann, wenn er nichts Neues mehr lernen oder machen möchte und nur noch verweilen will. Mit der Unterschrift von Faust beginnt der Pakt und eine Reihe von Erlebnissen, bei denen Faust vom Teufel immer wieder auf die Probe gestellt wird... Hexen, Zaubertränke, guter Wein und Mädchen, mit all diesen Dingen möchte der Teufel den Faust dazu bringen, absolute Zufriedenheit zu erlangen und den Pakt somit zu erfüllen.







A Midsummer Night's Dream

ISBN: 978-3-934029-14-9



In Athen möchte Hermia's Vater, dass sie Demetrius heiratet. Doch Hermia wiederum ist in Lysander verliebt, doch das interessiert den Vater herzlich wenig. Helena, eine Freundin von Hermia wiederum ist in Demetrius verliebt, der aber eben nur Augen für Hermia hat. So beschließen Lysander und Hermia in den Wald zu fliehen und Demetrius sowie Helena folgen unabhängig voneinander den beiden.
Der Wald ist das Reich des Elfenkönigs Oberon und seiner Königin Titania, die gerade einen Streit ausfechten. Um Titania eins auszuwischen, schickt Oberon den Kobold Puck los einen Zaubersaft zu besorgen, den man Schlafenden auf die Augen träufelt und die sich daraufhin in das erste Wesen, dass sie sehen, unsterblich verlieben. Diesen Saft wendet Puck aber nicht nur bei Titania an, sondern auch bei den 4 Liebenden und es gibt ein riesiges Gefühls-Tohuwabohu.




Viele kennen sie bereits, wenigstens vom Namen her. Und wenn man sich fragt, wann man die Klassiker wie Faust oder den Sommernachtstraum das erste Mal tatsächlich gelesen hat, dann fällt schnell auf, das man frühestens mit der Pubertät begonnen hat, die zum Teil doch schwerer verständlichen Werke anzugehen. 
Bei den beiden hier vorgestellten Büchern handelt es sich zweifellos um phantastische Werke der Weltliteratur, die man doch zumindest zum Teil gelesen haben sollte. An Faust kommt man sowieso nicht vorbei, finden sich doch allein auf den ersten Seiten schon eine Handvoll Zitate, die jeder bereits einmal gehört hat. Von "Hier steh ich nun, ich armer Tor.." bis hin zu "Der Worte sind genug gewechselt..." - alles Faust. 
Barbara Kindermann nimmt sich dieser und anderer Klassiker an und bereitet sie für ein jüngeres Publikum auf. Stark auf die wesentlichen Elemente gekürzt und zum größten Teil in besser verständliche Formulierungen transponiert, richten sich diese Bücher bereits an 7-jährige und eignen sich sowohl zum Selberlesen für Lesebeginner als auch zum Vorlesen. Trotz Sprachanpassung wurden einzelne besondere Zeilen aus dem Original übernommen und dann kursiv hervorgehoben, um bekannte Zeilen ungefiltert einfließen zu lassen.
Beide Werke sind großartig illustriert und unterstreichen den Lesespaß gerade für die jüngeren Bücherwürmer.  
Die Abbildungen in "Faust" von Klaus Ensikat wirken erwachsener, sind unglaublich detailliert und entführen den Betrachter allein durch den Stil, der ein wenig an Siebdruck erinnert, in die Zeit Johann Wolfgang von Goethes. Die Stiftung Buchkunst hat es nicht umsonst zu einem der schönsten Bücher 2002 gekürt.
Mir ganz persönlich gefallen die Zeichnungen von Almud Kunert aus dem "Sommernachtstraum" besonders. Romantisch und verspielt, mit hellen Farben und und vielen kleinen Details, die es zu entdecken gilt, entführen die Abbildungen die kleinen Leser ins magische Reich von Titania und Oberon mit ihren Elfen und den vier unglücklich Verliebten. 

Dank der aufbereiteten Sprache und dem einladenden Stil erhalten nun bereits Kinder einen leichten Einstieg in Weltliteratur. Die Grundzüge der Geschichten, die normalerweise für Erwachsene erdacht wurden, werden einfach verständlich aufbereitet und geben so die Möglichkeit, bereits mit jungen Jahren das Verständnis für den Handlungsverlauf zu entwickeln. Und wenn dann ein paar Jahre später der Stoff auf dem Lehrplan steht, sitzt man nicht komplett planlos vor den Büchern. Schön wäre es natürlich, wenn die Kinder von selbst den Wunsch nach der Originalfassung entwickeln und im geeigneten Alter z.B. die mehrdeutigen Texte von Goethes "Faust" zu verstehen versuchen.
Mit diesen tollen Büchern wird auf jeden Fall der Grundstein für das Interesse an den Meisterwerken der Weltliteratur gelegt.







Faust in der Version von Barbara Kindermann wurde außerdem in ein 70 minütiges Theaterstück für Kinder umgewandelt. Die Schauspieler können z.B. auch für Schulen gebucht werden - eine tolle Form, Literatur begreifbarer zu machen.


G. Winter / März 2014