Übermorgenwelt-Bücher

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Sonntag, 8. Februar 2015

Gottesstrafe oder doch Verrat?




Wächter der letzten Pforte






ISBN: 978-3-944544-67-0




In der großen Schlacht am Asakon stehen sich die Ameen der Valdorer und der Tequari gegenüber. Doch beide Heere werden, ungeachtet der jeweiligen Herkunft durch eine höhere Macht?, einen Schlag des Schicksals? oder doch durch Magie und Verrat? vollständig ausgelöscht. Die einzigen Überlebenden scheinen der Knappe Liocas und die Tequari-Kriegerin Moriana zu sein. Während Liocas an göttliches Schicksal glaubt und in den beiden Überlebenden die "Lichtbringer" erkennt, ist Moriana nur auf Rache aus. Beide gemeinsam haben jedoch den Wunsch, der Ursache oder dem Schuldigen für das Massaker auf die Schliche zu kommen und begeben sich deshalb zusammen auf den Weg, der ihnen vorherbestimmt zu sein scheint.
Der Großkönig von Valdor, entsetzt vom Fall seiner Armee und überzeugt davon, dass er es hier mit Verrat zu tun hat, sucht auf seine Art nach den Schuldigen. Dabei ist unklar, ob womöglich seine Zusammenarbeit mit den yamarischen Zauberern nicht auch für das Unglück verantwortlich sein könnte.
Werden die beiden Überlebenden dem Rätsel und den Intrigen um die Schlacht am Asakon auf die Spur kommen? Schon die Zusammenarbeit gestaltet sich als schwieriger, als man vermuten möchte…

Die Autoren Henning Mützlitz und Christian Kopp haben mit ihrem Roman eine atmosphärisch dichte Welt geschaffen. Ihre Geschichte weist dabei sämtliche Elemente von moderner High-Fantasy auf. Eine epische Rettungsmission der beiden extrem verschiedenen Protagonisten, eine großartige Welt und wohldurchdachte Inhaltswechsel prägen die Handlung und fesseln den Leser zunehmend. Besonders spannend sind dabei unter anderem die Verknüpfungen von Magie und Technik und die Betrachtungen zu den  Religionen dieser Welt. Die Charaktere durchleben eine glaubhafte und nachvollziehbare Entwicklung, auch wenn mir persönlich ein wenig zu oft ein scheinbar „unbedeutender“ Charakter plötzlich doch in direktem Zusammenhang mit der Haupthandlung steht.
Durch die Entwicklung der eigenen Welt mit ihren verschiedenen Völkern, Regionen und Religionen sowie einer durchdachten Historie, wird die Geschichte greifbar. Eine eigene Karte und das Glossar mit Begrifflichkeiten und Personennamen geben dem Leser die Möglichkeit, tief in diese Welt einzutauchen. Gleichzeitig sind es aber diese Aspekte, die den Einstieg in das Buch etwas erschweren. Hin und wieder fühlt man sich zu Beginn erschlagen von Namen und Begriffen, die man noch nie zuvor gehört oder gelesen hat. Oft lassen sich diese Dinge jedoch mit der Zeit aus dem Kontext schlussfolgern und der Lesefluss wird nicht durch das Blättern im Glossar unterbrochen. 
Die Handlung wechselt zwischen verschiedenen Personen und Orten, ermöglicht dadurch dem Leser, mehr Informationen als die Protagonisten zu sammeln und so Zusammenhänge besser zu verstehen. Dabei lassen die Autoren genügend Spielraum, um die Leser zum Mitdenken anzuregen und herauszufordern. Neben logischen Verknüpfungen und familiären Zusammenhängen gibt es mehr als einmal überraschende und spannende Wendungen der Geschichte. Für mich persönlich treten die schicksalhaften Zufälle etwas zu häufig auf, aber das ändert nichts daran, dass es eine großartige, spannende und mitreißende Geschichte ist, in denen die Charaktere dem Leser ans Herz wachsen. Das Ende schreit, meines Erachtens, geradezu nach einem 2. Teil und ich hoffe sehr, bald mehr über die Helden und Hintergründe dieser Welt erfahren zu können. 

Der Autor Henning Mützlitz stammt aus Hofheim im Taunus und studierte Politikwissenschaften in Marburg. Neben der Mitarbeit bei verschiedenen Zeitschriften, verfasst er auch Artikel für Sachbücher und unterhaltende Belletristik. Bekannt ist er unter anderem für Bücher der Reihe "Das schwarze Auge" oder auch seinen Beitrag in der preisgekrönten Steampunk-Anthologie "Eis und Dampf". Mit Christian Kopp verfasst er bereits zusammen den Roman "Das Zepter des Horas".

Der aus Frankenberg/Eder in Hessen stammende Autor Christian Kopp ist seit jungen Jahren ein Freund von Mythologie und Phantastik und ein begeisterter Pen&Paper-Rollenspieler. Der heute als Lehrer für Deutsch und Geschichte arbeitende Christian Kopp teilt mit Henning Mützlitz nicht nur ähnliche Interessen sondern auch die Schul- und Studienzeit. "Wächter der letzten Pforte" ist das 2. gemeinsame Buch der phantastischen Autoren.


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